Mit iPad oder Laptop auf Geschäftsreise? Ein Erfahrungsbericht.

Kann das iPad ein klassisches Notebook auf Geschäftsreisen ersetzen? Unser Praxistest gibt Aufschluss.

Seit über fünfzehn Jahren gehe ich nun schon geschäftlich auf Reisen. Und immer hat mich dabei ein Laptop begleitet. Seit kurzem macht ihm ein iPad den Platz streitig.

Ich kann mich noch gut an eine Tagung im Jahre 1999 erinnern, auf der ich damals als Einziger per PowerPoint präsentiert habe. Beamer gab es damals in den Unternehmen und in den Tagungshotels selten, also musste alle Technik mit auf Reisen gehen. Zusammen brachten Beamer und Computer mindestens sieben Kilo auf die Waage. Eine ziemliche Schlepperei, heutzutage fast unvorstellbar.

Mittlerweile hat die Technik in meinem Reisegepäck erheblich abgespeckt - Beamer oder große Monitore sind allgegenwärtig und ein iPad hebt an, sogar den Laptop zu verdrängen. Macht 700 Gramm plus ein paar Kabel und eventuell das Netzteil.

Die bange Frage war zu Anfang: Nur mit iPad - Geht das? Und falls ja, mit welchen Einschränkungen.

Das Offensichtliche zuerst: Vieles unterwegs sind Standardaufgaben, die das Gerät bekanntermaßen mühelos beherrscht: Mails abrufen, Kontakte und Termine nachschlagen, Informationen im Internet recherchieren, PDFs lesen, den richtigen Weg finden.

Doch wie sieht es mit Präsentationen aus? Das iPad kann externe Monitore bis zu 720p (1280×720 Pixel) ansteuern. Auch Keynote, meine bevorzugte Präsentationssoftware, gibt es für das iPad. Also App Store gestartet und die Software gekauft - dann kam leider die Ernüchterung: Die iPad-Version von Keynote importiert meine Folien nicht fehlerfrei. Unsere "Hausschrift" fehlt und komplexere Tabellen mit enthaltenen Aufzählungen unterstützt die Software nicht. Darüber hinaus werden Folien in 720p auf 1024x768 "zusammengeschrumpft". Schade. Immerhin lassen sich Folien umstellen oder ausblenden - das reicht oftmals.

Das Font-Problem lässt sich lösen, solange man den notwendigen "Jailbreak" hinnimmt. Im Internet gibt es genügend Anleitungen, wie das geht. Eine ähnlich "unelegante" Lösung gibt es auch für das Tabellenproblem. Man ersetze die fragliche Tabelle durch ein eingefügtes PDF-Bild. Nicht schön, aber immerhin nicht so fragwürdig wie der Jailbreak. Nur das Problem der Foliengröße bleibt ungelöst - mehr als 1024x768 ist in Keynote derzeit nicht drin.

Auch wenn die genannten Probleme stören - das geringere Gewicht ist es mir meist wert. Nur wenn ich Folien neu erstelle oder bearbeite, ist mir das iPad zu wenig. Multitouchhin oder her - das geht auf dem Mac einfacher, präziser und schneller.

Ich hoffe sehr, dass Apple mit dem kommenden iOS 5 und der nächsten Keynote-Version zumindest einige dieser Einschränkungen behebt. Solange das nicht der Fall ist, ist der Laptop notwendige Alternative. Oder ist das vielleicht gar von Apple beabsichtigt...?

P.S. Man kann natürlich auch ein PDF im Vollbildmodus zur Präsentation einsetzen. Allerdings habe ich damit keine so gute Erfahrungen - bei einem aus Keynote exportierten PDF fehlten auf dem iPad oft die Bilder.


Teilen
Schlagworte